Auf einen Blick
Fünf Nächte im Mountain Resort Feuerberg Familie mit zwei Kindern (2 und 6 Jahre)
Juli 20265 NächteJuniorsuite „Wolkenspiel“Halbpension

Vor der Reise hatte ich Zweifel. Das Mountain Resort Feuerberg auf der Gerlitzen-Alpe bei Bodensdorf ist ein Vier-Sterne-Superior-Wellnessresort, aber kein ausgewiesenes Familienhotel. Es gibt eine Silent Area ab 14 Jahren, viele Gäste kommen als Paar zum Wellnessurlaub, und während ich unsere fünf Nächte im Juli plante, fragte ich mich mehrmals, ob wir dort mit einer Sechsjährigen und einem Zweijährigen überhaupt richtig sein würden.
Würden die Kinder ständig zu laut sein? Würden wir zwischen ruhesuchenden Paaren auffallen, sobald beim Essen ein Löffel auf den Boden fiel oder der Kleine eine neue Idee mit sofortiger Wirkung umsetzen wollte? Und würden wir Eltern am Ende fünf Tage lang versuchen, unsere Familie auf Zimmerlautstärke herunterzuregeln?
Das vorweggenommene Fazit lautet: Diese Sorge war unbegründet. Im Resort waren erstaunlich viele Familien unterwegs, und wir fühlten uns mit unseren Kindern nicht fehl am Platz. Das Feuerberg hat uns später sogar so gepackt, dass wir gerne noch länger geblieben wären. Der Anfang ließ davon allerdings wenig ahnen.
Wir hatten die Juniorsuite „Wolkenspiel" selbst gebucht und bezahlt. Fünf Nächte in der Hauptreisezeit kosten dort inklusive Mittagessen gut 950 Euro pro Nacht, entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den Aufenthalt.
Die Anreise über 14 Kehren
Vor dem Feuerberg hatten wir drei Tage am Chiemsee verbracht. Das sollte uns ein wenig akklimatisieren und die Anreise aus Hamburg etwas erträglicher machen. Das Mountain Resort liegt auf 1.769 Metern in Kärnten. Ganz fit waren wir trotzdem nicht, auch weil die Kinder noch einen Magen-Darm-Virus auskurierten. Wir fühlten uns leicht angeschlagen, packten am Abreisetag unsere Sachen zusammen und fuhren weiter in Richtung Gerlitzen.
Im Tal beginnt der eigentliche Aufstieg. Auf halber Strecke zieht ihr an der Mautstelle ein Ticket, das ihr später an der Rezeption kostenlos gegen ein Ausfahrtsticket tauschen könnt. Dann geht es in knapp 20 Minuten gut 1.000 Höhenmeter hinauf.
Vierzehn Kehren.
Die Straße windet sich eng am Hang entlang, und mit jeder Kurve liegt das Tal ein Stück weiter unten. Ich fuhr konzentriert, während die Große auf der Rückbank zunehmend stiller wurde. Sie ist sonst ziemlich reisefest, doch diese Auffahrt erwischte sie. Vierzehn Kehren auf so kurzer Strecke sind nichts für schwache Mägen.
Als ihr übel wurde, hielten wir an und tauschten die Plätze. Die Große durfte vorne in ihrem Kindersitz sitzen, Mama wechselte nach hinten zum Kleinen. Von da an ging es besser. Sie sah die Straße vor sich, konnte die nächste Kurve kommen sehen und behielt den Horizont im Blick. Das hat geholfen, und in unserem Bulli ist das Reisen ohnehin sehr angenehm.
Am zweiten Tag fragte sie mich: „Papa, darf ich jetzt in Zukunft immer vorne sitzen?" Mal schauen, wo das noch endet.
Die Fahrt hatte offenbar einen nachhaltigen Nebeneffekt.
Je höher wir kamen, desto seltsamer wurde das Gefühl. Das Tal sank weg, die Wolken rückten näher, und oben standen wir plötzlich über ihnen. Ich kann diesen Anblick nur schwer mit einem normalen Bergpanorama vergleichen. Normalerweise hat man so einen Ausblick erst, nachdem man einen anstrengenden Aufstieg hinter sich gebracht hat. Manchmal wirkte es, als sähen wir aus einem irrsinnig hohen Hochhaus über eine Stadt. Dann erinnerte es wieder an den Blick aus einem Flugzeug, kurz nachdem es die Wolkendecke durchbrochen hat.
Nur standen wir dabei mit beiden Füßen auf dem Boden.
Diese Höhe prägt den Feuerberg. Das Resort liegt nicht bloß ein wenig oberhalb des Ortes, von wo aus man jederzeit schnell zum Bäcker oder zum See hinunterfährt. Zwischen dem Tal und dem Hotel liegen diese Mautstraße, die vielen Kurven und mehr als 1.000 Höhenmeter. Die Anreise fühlt sich deshalb wie ein deutlicher Schnitt an. Unten bleibt zurück, was unten war, oben beginnt ein eigener kleiner Kosmos.
Bei unserer Ankunft waren wir davon zunächst vor allem erschöpft. Hinter uns lagen die Fahrt, die Übelkeit und ein Auto, dessen Inhalt beim Ausladen noch einmal seine ganze Wucht entfalten sollte.
Ein enttäuschender Empfang

Vier Koffer, fünf Kisten und gefühlt zehn Taschen hatten wir dabei. Wer mit zwei Kindern reist, kennt vermutlich diese merkwürdige Vermehrung des Gepäcks. Zu Hause sieht jedes einzelne Stück noch vernünftig aus. Neben dem Auto entsteht daraus ein kleiner Umzug.
An der Rezeption begrüßte uns eine nette junge Mitarbeiterin. Nett war sie. Trotzdem mussten wir uns die Informationen aus der Nase ziehen, das war etwas nervig.
Dazu gab es keinen Parkservice. Klagen auf hohem Niveau, ich weiß, aber ich liebe es mittlerweile, den Service in Anspruch zu nehmen. Glücklicherweise konnten wir auf Nachfrage dann wenigstens den Gepäckservice nutzen.
Auch für die Kinder war der Empfang erstaunlich wenig mitgedacht. Vor dem hohen Rezeptionstresen, der übrigens sehr schön gestaltet ist (überhaupt ist die Architektur im Hauptgebäude wundervoll), gab es keine Stufe, auf die sie hätten steigen können. Das kennen wir von Familienhotels oft anders. Die Große sah gerade noch irgendwie nach oben, für den Kleinen existierten dort hauptsächlich Holzfläche und Erwachsenenstimmen. Er stand unten und konnte nicht erkennen, wer mit uns sprach.
Das sind Kleinigkeiten, bis man mit vier Koffern, fünf Kisten, Taschen, zwei müden Kindern und der Restübelkeit aus vierzehn Kehren vor diesem Tresen steht. Dann merkt man sofort, ob ein Ankommen leicht gemacht wird. Den Kindern wird schnell langweilig, und man ist selbst nicht aufmerksam genug bei der Hotel-Einführung, weil man nebenbei ständig den Erkundungsdrang der Kids managen muss.
Hier wurde es uns nicht leicht gemacht.
Ich hatte bei einem Haus dieser Klasse einen anderen Empfang erwartet. Nach der spektakulären Auffahrt und der Lage über den Wolken kam dieser erste Kontakt überraschend nüchtern daher. Wir waren angekommen, aber wir fühlten uns noch nicht empfangen.
Der Spielplatz
Während wir warteten, unser Zimmer war um 14 Uhr noch nicht bezugsfähig, zog es die Kinder nach draußen. Ein Spielplatz ist nach einer längeren Autofahrt normalerweise ein ziemlich sicherer Treffer. Beine bewegen, klettern, rutschen, springen, und die Welt ist für den Moment wieder in Ordnung.
Der Spielplatz am Feuerberg war mager. Ich bin bis heute nicht sicher, ob das wirklich alles gewesen sein sollte.
Unten standen zwei müde Trampoline, die schon bessere Tage gesehen haben. Dazu kam auf einer höheren Terrasse ein Kleinkinderspielplatz mit Kletterturm und einer Rutsche, die aus einem alten Babybecken ausgebaut worden war. Das fand ich im Nachhinein wirklich absurd, und ich würde dringend empfehlen, das anders zu lösen, es war einfach super kreppelig. Die Löcher der früheren Wasserführung waren noch sichtbar, die Rutsche wirkte lieblos an die Kante gestellt und passte überhaupt nicht ins Bild des Hotels, das sich sonst mit viel Holz sehr schön in die Landschaft einfügt. Sie passte weder zur Lage noch zum Anspruch des Resorts.
Vor allem wirkte dieser Bereich, als hätte man ihn irgendwann übrig behalten, zum Wegwerfen zu schade befunden und einfach auf den Spielplatz gestellt. Bei einem Haus mit 4.500 Quadratmetern Wellnessfläche, Alpensee und einem großen Angebot rund ums Wasser fiel das besonders auf. Ausgerechnet dort, wo kleinere Kinder nach der Anreise zuerst landen, präsentierte sich das Resort weit unter Wert. Und es schürte meine Sorge, dass das Hotel eben doch nicht auf Familien ausgerichtet ist.
Auch die Große und der Kleine waren nicht begeistert, wobei sie Papas Liebe für Ästhetik nicht in dem Maße teilen und genügsamer sind. Natürlich probierten sie die Sachen aus, Kinder machen aus fast allem noch ein paar Minuten Beschäftigung. Doch selbst sie fanden den Spielplatz insgesamt mau, und ihre Lust darauf hielt sich in engen Grenzen.
Ich stand daneben und dachte: Das kann doch nicht alles sein.
Mittagessen nach der Ankunft

Danach gingen wir zum Mittagessen. Es lässt sich für Erwachsene und Kinder dazubuchen und kostet für eine Familie mit zwei Kindern ungefähr 30 Euro, wenn der Kellner die Kinderessen mit 5 statt 10 Euro abrechnet. Wir nutzten es während unseres Aufenthalts fast täglich. Die Abrechnung war etwas willkürlich, aber insgesamt sehr fair, auch volle vier mal 10 Euro wären völlig in Ordnung gewesen.
Die Salatauswahl war ordentlich, außerdem gab es zwei, drei Kinderessen, zwei Mittagsgerichte und Nachspeisen. Nach der Fahrt tat es gut, sich hinzusetzen, etwas zu trinken und den ersten Hunger loszuwerden.
Es war ziemlich gut, aber auch nicht sensationell.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte uns das Feuerberg noch nicht erreicht. Die Auffahrt war eindrucksvoll gewesen, der Blick über die Wolken beinahe surreal. Doch der Empfang hatte uns enttäuscht, der Spielplatz wirkte vernachlässigt, und das Mittagessen blieb gut. Für ein Resort dieser Preisklasse war das ein ernüchternder Auftakt.
Unsere Juniorsuite „Wolkenspiel"
Um 15:05 Uhr, angerufen hatte uns leider niemand, obwohl man uns das für die Zimmerfreigabe zugesagt hatte, holten wir die Schlüssel. Über eine kleine Führung in der Zwischenzeit hätten wir uns gefreut, das finde ich eigentlich immer sehr schön, wenn Hotels das anbieten. Wie dem auch sei: Wir öffneten die Tür zu unserer Juniorsuite im dritten Stock, und es war einfach fantastisch.
Die „Wolkenspiel" ist rund 44 Quadratmeter groß und hat einen Balkon mit Glasbrüstung, der den Blick beinahe ungebremst weiterlaufen lässt. Durch diese transparente Kante bekommt er etwas von einem Infinity-Balkon. Der Kleine, zwei Jahre alt, trat hinaus, stellte sich vor die Scheibe und sagte nur: „WOOW". Mehr brauchte es in diesem Moment wirklich nicht.
Drinnen gab es neben dem Elternbett ein Daybed, das mit einem Topper zu einem vollwertigen Bett wurde. Für uns als Familie, die gern nah beieinander schläft (zu Hause haben wir ein drei Meter breites Familienbett), war das eine richtig gute Lösung. Niemand musste auf einer dünnen Ausziehcouch herumrutschen, und wir konnten das Cosleepen so handhaben, wie es für uns funktioniert. Auch sonst merkte man dem Zimmer an, dass sich jemand Gedanken über Familien und deren Gepäck gemacht hatte. Die Einbauten waren klug geplant, alles ließ sich gut verstauen, und das Bad war angenehm durchdacht.
Am liebsten mochte ich den Balkon. Dort stand ein zweites Daybed, über dem ein Heizstrahler angebracht war. Abends konnten wir noch draußen sitzen, obwohl die Luft längst kühler geworden war, ohne Jacken übereinanderzuziehen oder nach wenigen Minuten wieder hineinzuflüchten. Die Große und ich sind dort sogar ein paarmal eingeschlafen. Und wenn wir uns doch in die Decken kuschelten, machte das auch nichts, denn auf dieser Höhe wird es abends selbst im Sommer stets frisch.
Mit jeder Stunde mochten wir das Hotel ein bisschen lieber. Die anfängliche Ernüchterung löste sich nicht auf einen Schlag, doch im Zimmer wurden wir ruhig, räumten aus, fanden unseren Rhythmus und hatten plötzlich das Gefühl, angekommen zu sein.
Wasserwelten

Die Wasser- und Saunawelt des Resorts umfasst 4.500 Quadratmeter mit zwölf Pools und elf Saunen. Dazu gehört ein 25 Meter langer Infinity-Pool, in dem man tatsächlich ein paar ordentliche Bahnen schwimmen kann.
Mit der Großen machte ich daraus an einem Nachmittag unsere eigene kleine Mission: einmal in jeden Pool springen. Wir blieben jeweils ungefähr fünf Minuten, kletterten wieder heraus und zogen weiter zum nächsten Becken. Sie hatte sichtlich Freude an diesem System und nahm die Sache sehr genau. Kein Pool sollte versehentlich ausgelassen werden.
Besonders gespannt waren wir auf das neue Seespa am Alpensee. Der Bereich ist fantastisch geworden. Wasser, Bergkulisse und die weiten Sichtachsen greifen so gut ineinander, dass wir immer wieder stehen blieben und einfach hinausschauten. Hundertprozentig fertig wirkte das Seespa bei unserem Besuch allerdings noch nicht, an manchen Stellen schimmerte Teichfolie durch. Das war kein großes Thema und fiel im sonst so sorgfältig gestalteten Umfeld nur auf, weil alles andere so stimmig ist. Klagen auf ganz hohem Niveau.
Mein Favorit war die Panorama-Sauna, auch wenn die Rückwand aus Ziegelsteinen nicht meine Wahl gewesen wäre. Der Blick ist großartig, und ich hätte dort lange sitzen können. Mit 85 Grad war sie mir einen Tick zu kühl, 90 Grad hätte ich gern gehabt. Das ist eine sehr persönliche Vorliebe, aber wir sind auch zu Hause immer 90-Grad-Gänger.
Der Kleine fand sein Glück im Babybecken. Dort lagen Schiffchen und Eimer bereit, und für ihn war die Sache damit entschieden. Während wir Erwachsenen noch die Architektur betrachteten und überlegten, wohin als Nächstes, schüttete er Wasser von einem Gefäß ins andere und ließ die Schiffchen fahren. Zur Kinderbadewelt „Aquafix" mit ihrem flachen, 1,20 Meter tiefen Becken gehört außerdem eine 40 Meter lange Wasserrutsche, die die Große „ganz cool" fand; für die Kleinsten gibt es das Babybecken „Aquamarin".
Im Wellnessbereich merkt man zeitweise, dass das Haus viele Tickets an Tagesgäste verkauft. Dann wird es voll und lauter, als man es in einem Vier-Sterne-Superior-Haus vielleicht erwartet, das sich übrigens oft nach fünf Sternen anfühlt. Familien können den Infinity-Pool morgens von 9:30 bis 11 Uhr zum Familienschwimmen nutzen, und wer als Erwachsener mehr Ruhe sucht, findet außerdem eine Silent Area, die Gästen ab 14 Jahren vorbehalten ist. Das ist an sich alles gut gelöst und schön integriert.
Wir wechselten zwischen den Bereichen, suchten uns mit den Kindern die Becken aus, die gerade zu unserer Stimmung passten, und fanden zunehmend heraus, wie das Resort für uns funktioniert. Gerade mit einem Kleinkind war es angenehm, ein Babybecken mit passendem Spielzeug zu haben, während die Große längst ihre eigene Pool-Liste führte. Ich habe selten eine bessere Badewelt gesehen, auch wenn sich die Pools eher in der Lage als in ihren Features unterscheiden. Es hätten auch drei Pools weniger sein können.
Service und Kinderbetreuung
Nach dem Beziehen unseres Zimmers spürten wir diese besondere Herzlichkeit. Das Personal war, nach der anfänglichen Schwäche am Empfang, durchweg sehr aufmerksam und hatte sichtbar Freude daran, Zeit mit den Kindern zu verbringen, ganz unsteif und ohne abgespulte Routine. Die Betreuung findet im offiziell „Kinderhaus" genannten Gebäude statt und verteilt sich für uns auf vier weitläufige Bereiche: Gleich am Eingang liegt das Atelier zum Malen und Basteln. Im Spielzimmer warten Matchbox-Autos, ein Puppenhaus und eine große Spielesammlung, während die kleine Turnhalle, eher eine Tobelandschaft, mit Kicker, Tischtennisplatte, Kapla-Steinen und Lego viel Raum zum Spielen bietet. Dazu kommen die Softplay-Anlage mit großer Rutsche und die Sporthalle „Arena" mit Kletter- und Boulderwand sowie Slackline. Wer Ruhe suchte, zog sich auf den Dachboden des Kids Clubs in die gemütliche Leseecke zurück, die wir dort entdeckt haben. Schöne Sitzbereiche verbinden die Räume, und Eltern dürfen ausdrücklich mit hinein.
Wir haben alle Bereiche genutzt. Während der Club-Zeiten gibt es eine kostenlose Saftbar; betreut wird in den Gruppen Bambini (drei bis sechs Jahre), Kids (sieben bis zwölf) und Teens (bis 18,9 Jahre), in den Ferien bis etwa 22 Uhr. Am dritten Morgen kam dann der Satz, bei dem ich kurz schlucken musste: „Papa, darf ich schon mal alleine in den Kids Club gehen?" Es war erst das zweite Mal überhaupt, dass unsere Tochter von sich aus allein in einen Kids Club wollte.
Da war aus dem vorsichtigen Kennenlernen längst ein vertrauter Ort geworden. Noch kurz zuvor waren wir gemeinsam hineingegangen, hatten geschaut, wer da war und was angeboten wurde. Nun wollte sie den Weg allein machen und ihren Vormittag selbst beginnen. Für mich war das der deutlichste Beweis, dass sie sich dort sicher fühlte.
Wanderstöcke schnitzen mit Moritz

Besonders gern erinnern wir uns an das Schnitzen der Wanderstöcke mit Moritz. Die Stöcke waren bereits ein halbes Jahr vorgetrocknet, und jedes Kind durfte sich einen aussuchen. Das klingt nach einem kleinen Schritt, war für die Kinder aber wichtig, denn damit wurde aus einem Stück Holz sofort der eigene Wanderstock. Und Papa durfte mitmachen.
Moritz kürzte den Stock auf Körpergröße, erklärte ruhig den sicheren Umgang und gab den Kindern ein echtes Schnitzmesser in die Hand, mit Handschuhen natürlich. Der Griff entstand Stück für Stück, mit kleinen Schnitten und viel Konzentration. Moritz blieb aufmerksam in der Nähe, griff ein, wenn es nötig war, und ließ den Kindern zugleich genug Raum, selbst zu arbeiten.
Genau das hat mir gefallen. Den Kindern wurde etwas zugetraut. Sie durften das Werkzeug wirklich benutzen und erleben, wie sich das Holz unter der Klinge verändert. Am Ende hielt jedes Kind einen Wanderstock in der Hand, dessen Griff es selbst geschnitzt hatte. Man sah dem Ergebnis die Arbeit an, die darin steckte, und beim nächsten Spaziergang war dieser Stock natürlich dabei.
Programm am Abend
An einem Abend trat ein externer Zauberer in der Sporthalle vor fast 60 Gästen auf, darunter eigentlich nur Familien. Die rund 45-minütige Vorstellung passte gut zur Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, und die Tricks waren sorgfältig gewählt. Solche Auftritte gehören zum Rahmen der Familienwochen in den Sommerferien, in denen unter anderem Zauber- und Feuershows, eine Kids Show sowie das wöchentliche „Feuer am Berg" angeboten werden. In unserer Ferienwoche war gefühlt jeden Abend etwas los. Zweimal erlebten wir außerdem ein Musikprogramm, einmal draußen und einmal drinnen.
Essen

Abends begann das Essen meist mit einem sehr üppigen Antipasti- und Salatbuffet, das sich durchaus mit Top-Fünf-Sterne-Häusern wie dem Naturhotel Forsthofgut messen lassen kann. Dazu gab es immer eine kleine Showküche mit einer lokalen Leckerei, sehr gut gemacht. Suppe, Zwischengang und Hauptgang wurden serviert, das Nachspeisenbuffet war dann wieder Buffetform. Geschmacklich sehr gut, aber ich liebe es eigentlich, wenn auch der Nachtisch serviert wird, das habe ich etwas vermisst.
Das Haus wurde von Gault&Millau als „Hotel des Jahres 2025" ausgezeichnet, und diese Ambition schmeckt man. Das Fine-Dining war richtig gut, ich habe in Sternerestaurants schon schlechter gegessen.
Mein verlässlichster Frühstückstest ist das Rührei. Trockenes Rührei kann mir und meiner Tochter den Morgen verhageln, dieses hier war schön schlotzig und genau so, wie wir es mögen. Die Speiseräume sind in kleinere Einheiten à sechs bis zehn Tische aufgeteilt. In unserem Raum saßen nur Familien, super: Niemand zuckte bei einem umgestoßenen Löffel zusammen, und wenn ein Kind zum dritten Mal aufstand, um etwas zu zeigen, blieb die Stimmung gelassen. Die Räume sind außerdem recht weitläufig und gut schallisoliert.
Wie gut der Service ist, merkte ich besonders an zwei Tagen, an denen mein Magen nicht mitspielen wollte. Ich musste auf Schonkost umsteigen, also nur Salzkartoffeln und gebratene Hähnchenbrust, beides stand auf keiner Karte. Die Küche machte es anstandslos.
Der Kleine wiederum hatte seine eigenen Vorstellungen vom Menü. An einem Abend wollte er unbedingt zwei zusätzliche Bratwürste. In der offenen Küche lagen offenbar gerade zwei in der Pfanne, also bekam er beide. Eine zweite Portion, ein Erwachsenenessen für die Kids, ein Vitaldrink extra, nichts davon war je mit einer Diskussion verbunden. Es wurde nachgelegt, fertig. Selbstverständlich. Top.
Kaffee oder Tee außerhalb der Mahlzeiten kostet allerdings extra, meist etwa vier bis sechs Euro. Und auch sonst ist der Preis der eine Punkt, an dem sich andere Gäste reiben, das Haus ist teuer. Wer vor allem ein günstiges Kinderhotel mit Riesenspielplatz sucht, wird hier vermutlich schon beim Blick auf die Rechnung schlucken. Ich fand es dagegen sehr angemessen und finde, man bekommt viel für sein Geld.
Die Nacht in Villach
Dann kam dieser Moment, den man am liebsten aus einer Reise herausnehmen würde.
Der Kleine kletterte auf das Daybed, geriet über die Rückenlehne und stürzte aus ungefähr 1,20 Metern kopfüber auf den Boden. Er schrie sofort laut, das ist anscheinend ein gutes Zeichen, trotzdem wurde mir beim Anblick ganz kalt, und der Schock war riesig.
Wir fuhren schnurstracks, um 22 Uhr, ins Krankenhaus nach Villach. Rund vierzig Minuten ging es im Dunkeln die Kehren hinunter, wahrscheinlich auch schneller als die erlaubten 30 km/h, während hinten jede Bewegung beobachtet wurde und die Gedanken schneller liefen als das Auto. Im Krankenhaus entschieden die Ärzte, ihn über Nacht zur Beobachtung dortzubehalten. Mama blieb bei ihm.
Die Große und ich fuhren um 1 Uhr nachts zurück ins Hotel.
Diese Nacht war für die Sechsjährige schwer. Sie hatte alles gesehen und stellte die Fragen, die Kinder stellen, wenn Erwachsene selbst gerade keine Sicherheit fühlen. „Muss der Kleine sterben?" Ich erklärte ihr so ruhig wie möglich, dass er im Krankenhaus gut überwacht wird, dass Mama bei ihm ist und dass wir ihn morgens abholen. Sie hörte zu, nickte, fragte wieder. Irgendwann auf der Rückfahrt schlief sie ein. Am nächsten Morgen verteilte sie Kissen an neuralgischen Punkten im Zimmer, damit der Kleine besser geschützt ist. In dem Moment hätte ich vor Rührung weinen können.
Am Morgen fuhren wir also erneut nach Villach. Dem Kleinen ging es da schon blendend. Er war quietschfidel und hätte sich am liebsten gleich wieder irgendwo hinuntergestürzt.
Das Hotel gab uns bei der Abreise eine Flasche Wein und eine Flasche Apfelsaft mit, als kleine Entschädigung für unsere Mühen. Für die Kinder gab es außerdem ein Geschenk aus der Betreuung. Das war super sweet.
Oben auf der Gerlitzen

Die Lage auf 1.769 Metern nimmt Familien mit kleinen Kindern viele Höhenmeter ab. Das ist angenehm, solange die eigenen Wanderpläne überschaubar sind. Wir liefen in die eine Richtung eine Rundtour, die toll, aber auch gut besucht ist, und in die andere Richtung ein paar Kilometer, schön, keine Frage, aber dann war es das im Wesentlichen.
Mit einem Zwei- und einem Sechsjährigen passte das gut, sehr zur Freude der Großen, die so um die langen Wanderungen herumkam. Das sollte sich an unserer nächsten Station ändern: Wir muten ihr durchaus 600 bis 800 Höhenmeter und 10 Kilometer zu, nicht immer ohne Protest, aber mit viel Stolz, wenn es geschafft ist. Wer sieben aktive Wandertage füllen und dabei immer neue Touren direkt vor der Tür beginnen möchte, dürfte sich hier bald langweilen. Das Haus wirbt zwar mit 147 Kilometern Wanderwegen, unser Erleben ab Haustür war deutlich begrenzter. Wanderintensive Gipfelstürmer sind in einer anderen Gegend besser aufgehoben.
Für die Große war dafür der Motorikpark sensationell, der viel eher den Anspruch des Hotels unterstrich als der Spielplatz und für sie sowieso cooler war. Sie suchte sich den nächsten Übergang und probierte die Hindernisse so lange, bis die Füße sicher standen.
Der große Adventurepark Gerlitzen liegt etwa dreißig Minuten entfernt an der Mittelstation der Kanzelbahn. Kärntens größter Waldhochseilgarten zählt mehr als 160 Stationen in 15 Parcours und richtet sich eher an größere Kinder. Für unsere Konstellation reichte das Angebot direkt am Hotel, zumal die Große ohnehin immer wieder zu ihren niedrigen Kletterelementen zurückkehrte.
Mit dem Wetter hatten wir Glück. Grob gerechnet waren es siebzig Prozent Sonne, zwanzig Prozent Wolken und zehn Prozent Regen. Bei Sonne öffnet sich vor dem Hotel dieser weite Blick, der schon beim Frühstück dafür sorgt, dass man kurz innehält. Ziehen Wolken heran, verändert sich die Stimmung schnell, und bei Regen verlagert sich das Familienleben ins Haus, zu Wasserwelt, Betreuung und Werkstatt.
Gerade deshalb passt das Hotel gut zu Familien mit kleineren Kindern, die baden möchten, Betreuung schätzen und morgens wie abends auf die Berge schauen wollen. Der Fokus liegt spürbar auf einem hochwertigen Familienurlaub. Wer unter einem Kinderhotel vor allem einen riesigen Außenspielplatz und möglichst niedrige Preise versteht, sucht etwas anderes. Und man sollte wissen: Die Kinder bewegen sich hier nicht so frei wie in manch anderem Familienhotel, zumindest nicht in diesem Alter, die Eltern sind schon gefragt. Für uns passte das für fünf Tage. Wer sich aber entspannt mit einem Espresso oder Cocktail in den Außenbereich zurücklehnen und den Kindern beim Spielen und Freundeschließen zuschauen will, für den ist das Feuerberg Mountain Resort nicht das Richtige.
Im Hochsommer sollte man zudem wissen, dass die Zimmer keine Klimaanlage haben. Das ist eine schlichte Information, die bei der Buchung wichtig sein kann, besonders in warmen Nächten. In Verbindung mit dem hohen Preis dürfte das manche Familien stärker beschäftigen als uns während dieser Tage.
Bei uns blieb das Daybed ohnehin der gefährlichste Ort im Zimmer.
Als wir am letzten Tag packten, stand der Kleine schon wieder darauf und schielte zur Rückenlehne. Ich sah die Bewegung aus dem Augenwinkel, sprang hin und erwischte ihn im letzten Moment am Fuß. So waren wir am Ende auch froh, unsere Reise fortsetzen zu können, ich habe die Tage aber alle sehr genossen.
— Marcus Berg, wir waren da.
So bewerten wir
Betreuung
- Pro Tag
- bis 12 Std.
- Eltern dabei
- nicht ausgewiesen
- Abends
- ja
- Altersgruppen
- ja, getrennt
- Baby
- nein
- Kinderessen
- ja, betreut
- Teenager
- ja
- Indoor-Spiel
- Eigenes Kinderhaus mit großem Softplay-Bereich, Theater und Spielflächen; Sport- und Kletterhalle; Teenager-Bereich L.O.F.T.
- Kosten
- inklusive
Essen
- Verpflegung
- Halbpension
- Bausteine
- Halbpension · Frühstücksbuffet · Abend-Menübuffet mit 4 Hauptgang-Optionen · À-la-carte-Mittagessen (gegen Aufpreis)
- Zeiten
- nicht ausgewiesen
- Für Kinder
- nicht ausgewiesen
- Für Erwachsene
- nicht ausgewiesen
- Kinderessen
- ja, betreut
Wasser & Wellness
- Außenpool
- 1, beheizt
- Innenpool
- 1
- Kinderbecken
- ja
- Babybecken
- ja
- Rutschen
- 1
- Whirlpool
- ja
- Badeteich
- Eigener Almsee (Naturbadeteich) mit Seespa direkt am Resort
- Sauna
- ja
- Pool-Details
- 25-m-Infinity-/Skypool (2017 als schönster Pool Europas ausgezeichnet) mit Blick bis zum Wörthersee; insgesamt rund 11-12 Pools plus Almsee
- Wellness
- 4500 m²
Wohnen
- Kategorien
- Hotelzimmer & Suiten · Studios · Juniorsuiten · Suiten & Luxussuiten · Familiensuiten · Chalet-Suiten im Almhüttendorf
- Zimmergröße
- 20–65 m² (z. B. Berghof Einzelzimmer 20 m², Gerlitzen Alpe 24 m², Wolke 7 Studio 40 m², Bergglück Turmstudio 44 m², Panoramasuite Wörthersee 45 m², Almsuite 60 m², Chalet-Suite ca. 65 m²) m²
- Baby dabei
- Babybett · Babyphone · Bettschutzgitter · Wasserkocher · Flaschenwärmer · Windeleimer · Wickelauflage
- Barrierefrei
- nein
- Hunde
- erlaubt
Lage & Draußen
- Adresse
- 9551 Bodensdorf
- Umgebung
- Berg · Almwiese · Skigebiet · Höhenlage >1000m
- Fahrtzeit
- nicht ausgewiesen
- Spielpark
- Mehrere Spielplätze im Außenbereich
- Aktivitäten
- Kinderbetreuung in Altersgruppen · Spielen, Basteln, Malen, Tanzen · Sport und Geschicklichkeitsspiele · Gruppenwettbewerbe · Laternenwanderungen · Kinder-Wellnessprogramm (Kindermassage) · Kletterhalle
- Ausflüge
- Ossiacher See · Wörthersee · Gerlitzen Alpe Skigebiet (Winter) · Wanderwege (147 km, Sommer)
- Saison
- nicht ausgewiesen
- Lift fußläufig
- ja
Prüfer

Wir waren fünf Tage mit unseren Kindern (2 und 6) da, selbst gebucht und bezahlt.
Marcus Berg
Gründer — mit Familie vor Ort
Persönlich getestet von Marcus Berg, wir waren da